Es ist ein zwiespältiges Verhältnis zwischen Suchmaschinenoptimierung und Social Media: Auf der einen Seite eröffnen z. B. soziale Netzwerke neue Möglichkeiten der Auffindbarkeit und Offpage-Optimization. Auf der anderen Seite konkurrieren Social Web Auftritte mit Corporate Websites um die besten Ränge bei den Suchmaschinen – und die Suchfunktionen von Facebook, Wikipedia & Co. sind mittlerweile eine gerne genommene Alternative zur klassischen Suchmaschine.

Wer seine Website ganz oben in den Suchmaschinen-Ergebnissen wissen möchte, sollte neben einzigartigem Content vor allen Dingen eines haben: Externe, bestenfalls hochgerankte Seiten, die mit keywordhaltigen Ankertexten auf die eigene Website verlinken. Die sogenannte Offpage-Optimization ist und bleibt unerlässlich für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung – dies beweist auch eine aktuelle SEO-Studie der IAB Switzerland, die die 10 wichtigsten Ranking-Kriterien 2010 herausgestellt hat.

Social Media vereinfachen (ersetzen?)  SEO

In Zeiten von Social Media ist es vor allem für qualitative hochwertige Webseiten deutlich einfacher als früher, an externe Links zu gelangen. Denn Blogger und Netzwerker verlinken ihre Favoriten im Web ganz freiwillig und sorgen so für automatische Verbreitung des Contents. Obgleich die Links einiger Plattformen wie z. B. Twitter oder Facebook nur unter gewissen Umständen ins Ranking einfließen (mehr dazu erzählt Ihnen Googles Webspam-Chef Matt Cutts auf YouTube) sind insbesondere populäre Blogs von Influencern willkommene „Linkgeber“, die zudem auch noch virale Effekte auslösen. Einige Experten gehen sogar noch einen Schritt weiter und halten Social Media Optimization nicht nur für eine gute Ergänzung der Suchmaschinenoptimierung, sondern für einen nahezu vollständigen Ersatz (mehr auf internetworld.de und paidcontent.org).

Social Media als Konkurrenz für Suchmaschinen

So bedeutsam Social Media für die Offpage-Optimierung einer Website geworden sind, es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: The Nielsen hat ausgewiesen, dass sich immer mehr Internetnutzer auf der Suche nach Informationen direkt an soziale Netzwerke wenden (s. Nielsen Wire). Im Zweifel liefert heute Wikipedia deutlich schneller die gewünschte Definition oder Facebook die aktuellsten Promi-News aus erster Hand. YouTube gehört laut Comscore-Suchmaschinen-Ranking zu den am häufigsten genutzten Suchmaschinen. Klassische Suchmaschinen stehen also zunehmend einer Wettbewerbssituation mit Social Media gegenüber.

Social Media Beiträge/Präsenzen in organischen Suchergebnissen

In den organischen Suchergebnissen von Google & Co. findet ein Wandel statt, der gleichzeitig Gefahr und Chance ist. Google indexiert seit einiger Zeit Echtzeit-Web-Quellen wie Twitter sowie Meldungen aus Social Networks wie Facebook (Vgl. Spiegel Online), die man per Klick auf “neueste Ergebnisse” einsehen kann. Und auch die regulären, organischen Ergebnisse beinhalten nicht selten Social Media Präsenzen, Blog-Einträge oder Wikipedia-Definitionen. Für Unternehmen, die sich in Social Media engagieren, sind das gute Neuigkeiten. Für Firmen, die Social Media ablehnen, bedeutet dies ein großes Risiko. Denn Negativ-Beiträge finden so ungebremst ihren Weg in die oberen Ränge der Suchergebnisse.